Rechtsschutzversicherung Infoportal

Eine Rechtsschutzversicherung übernimmt die Kosten juristischer Auseinandersetzungen des Versicherungsnehmers. Rund ein Viertel der Deutschen haben eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen und schützen sich so vor den hohen Kosten, die Streitigkeiten vor Gericht verursachen.
Hier erfahren Sie, was Sie bei der Entscheidung für oder gegen eine Rechtsschutzversicherung berücksichtigen sollten.

Was leistet eine Rechtsschutzversicherung?

Rechtsschutz Versicherung: kleines MädchenGrundlegend übernimmt eine Rechtsschutzversicherung die Kosten juristischer Konflikte. Damit sind sämtliche Kosten gemein; neben dem Anwaltshonorar und Gerichtskosten werden auch andere im Rahmen des Verfahrens entstandenen Kosten übernommen, beispielsweise für notwendige Gutachten.

Abgedeckt sind auch die Verfahrenskosten der Gegenseite. Der Verlierer eines Rechtsstreits hat sämtliche Kosten des Verfahrens zu tragen. Das schließt die Anwaltskosten des Siegers mit ein. Verliert man einen Rechtsstreit, übernimmt die Rechtsschutzversicherung folglich auch diese Kosten.

Zudem übernehmen die meisten Anbieter auch die Kosten im Rahmen einer außergerichtlichen Einigung. Wenn ein Gerichtsprozess durch eine Mediation abgewendet werden kann, übernimmt die Versicherung das Honorar des Mediators.

Eine Rechtsschutzversicherung erbringt ihre Leistungen allerdings nur, wenn der Streit dem versicherten Bereich zuzuordnen ist. Wer keinen Berufsrechtsschutz vereinbart hat, muss berufliche Konflikte, wie die Anfechtung einer Kündigung oder das Einklagen nicht ausgezahlten Gehalts, aus eigener Tasche bezahlen.

Ebenfalls nicht übernommen werden die Kosten für Verfahren, die der Versicherungsnehmer mutwillig bzw. mit Vorsatz provoziert hat. Wird der Versicherte verklagt, weil er absichtlich den Zaun des Nachbarn eingerissen hat, wird die Verteidigung nicht von der Versicherung bezahlt.

Verschiedene Arten der Rechtsschutzversicherung

Es gibt verschiedene Arten der Rechtsschutzversicherung. Gemeint sind hiermit die verschiedenen Bereiche wie zum Beispiel Verkehrsrechtsschutz. Eine Verkehrsrechtsschutzversicherung übernimmt die Kosten für Streitigkeiten im Straßenverkehr.

Verkehrsrechtsschutz

In diesem Bereich gilt, dass vorsätzlich begangene Vergehen vom Versicherungsschutz ausgenommen sind. Hat der Versicherungsnehmer den Streitfall aus Fahrlässigkeit herbeigeführt, werden die Kosten hingegen übernommen. Was natürlich nicht übernommen wird sind Bußgelder. Ebenfalls ausgenommen sind Verfahren, in denen der Versicherungsnehmer auf Schadenersatz verklagt wird. Die Regulierung solcher Streitigkeiten ist Sache der Kfz-Haftpflicht.

Berufsrechtsschutz (Arbeitsrechtsschutz)

ArbeitsvertragDer Berufsrechtsschutz umfasst arbeitsrechtliche Auseinandersetzungen. Versichert sind beispielsweise Streitigkeiten bezüglich Abmahnungen, Kündigungen oder Disziplinarverfahren. Auch andere Streitigkeiten wie das Einklagen nicht ausgezahlter Gehälter sind vom Berufsrechtsschutz versichert. In der Regel bekommt man Berufsrechtsschutz nur in Verbindung mit dem Privatrechtsschutz.

Privatrechtsschutz

Im Privatrechtsschutz sind Streitigkeiten im privaten Umfeld versichert. Dazu zählen unter anderem vertragliche Streitigkeiten oder Konflikte bezüglich Reparaturen. Schadenersatzforderungen sind vom Privatrechtsschutz ebenfalls abgedeckt. Gleiches gilt auch für Streitigkeiten mit Versicherungen. Das ist vielleicht sogar der wichtigste Aspekt des Privatrechtsschutzes. Wenn eine Berufsunfähigkeitsversicherung zum Beispiel die Anerkennung der Berufsunfähigkeit verweigert, kann das die gesamte Existenz des Betroffenen zerstören.

Mietrechtsschutz

Eine Mietrechtsschutz hilft Ihnen als Mieter Ihre Rechte vor Gericht durchzusetzen. Es kann schnell eine unbegründete Mieterhöhung oder eine offfensichtlich falsche Nebenkostenabrechnung ins Haus flattern. Damit Sie nicht selbst auf den Rechtskosten sitzen bleiben, hilft hier die Mietrechtsschutzversicherung.

Was kostet eine Rechtsschutzversicherung?

Die Kosten einer Rechtsschutzversicherung sind von vielen Faktoren abhängig. Einer davon ist natürlich der Leistungsumfang. Das betrifft zunächst die Wahl der Versicherungsbereiche. Wer auf Verkehrs- und / oder Berufsrechtsschutz verzichten kann, zahlt logischerweise weniger als jemand, der sich rundum versichern möchte. Des Weiteren ist relevant, ob nur der Versicherungsnehmer versichert ist oder ob der Schutz auch für den Partner und weitere Familienmitglieder gilt.

Sind diese Entscheidungen getroffen, geht es um den Leistungsumfang der jeweiligen Versicherungsbereiche. Je höher die übernommenen Kosten sind, desto höher sind in der Regel auch die Beiträge. Analog verhält es sich mit dem konkreten Umfang des Versicherungsschutzes.

Selbstbeteiligung beachten

Ein weiterer Faktor ist der Selbstbehalt. Versicherungsnehmer mit der Bereitschaft, pro Rechtsstreit 150 – 300 Euro selbst zu zahlen, zahlen meist deutlich niedrigere Beiträge als Menschen, die sich gegen einen Selbstbehalt entscheiden.

Es lohnt sich definitiv, einen Tarifvergleich durchzuführen, da sich die einzelnen Anbieter und Policen nicht nur bei den Beiträgen stark voneinander unterscheiden, sondern auch bei den Leistungen. Ein Rundumschutz, der Privat-, Verkehrs-, Berufs- und Mietrechtsschutz für die ganze Familie bietet, gibt es bereits ab 30 bis 40 Euro pro Monat.

Was beim Abschluss einer Rechtsschutzversicherung beachten?

Eine gute Rechtsschutzversicherung zu finden ist gar nicht so schwierig, wenn man ein paar Punkte beachtet. Auch wenn es komisch klingt: Zuerst sollte geprüft werden, ob man nicht schon rechtsschutzversichert ist. Mitglieder von Gewerkschaften, Automobilclubs oder dem Mieterbund sind nämlich manchmal bereits über die Mitgliedschaft versichert. Alles, was auf diese Weise bereits versichert ist, kann von der Anforderungsliste gestrichen werden.

Den wichtigen Versicherungsvergleich sollte man im Internet durchführen. Anstatt sich Angebote kommen zu lassen und komplexe Vergleiche anzustellen, gibt man im Internet lediglich ein paar grundlegende Daten wie die Versicherungsbereiche, Alter, Anzahl der zu versichernden Personen oder die gewünschte Selbstbeteiligung an und bekommt eine Liste aller infrage kommenden Rechtsschutz Policen angezeigt.

Ein Klick auf einen Tarif öffnet ein Fenster, in dem alle relevanten Tarifdetails aufgelistet sind. Es ist auch möglich, mehrere Tarife auszuwählen und sich die Details nebeneinander anzeigen zu lassen, was den Vergleich besonders einfach macht.

Generell sollten mehrere Vergleichsportale genutzt werden. Manche Versicherer haben spezielle Verträge mit bestimmten Portalen abgeschlossen und bieten einige Tarife dort vergünstigt an.

Unser Tipp: Lesen Sie als Ergänzung auch Informationen zum Thema Rechtsschutzversicherung Test durch

Wie viel Selbstbehalt will ich zahlen?

Bezüglich der Beiträge lohnt es sich, die Auswirkungen des Selbstbehaltes auf die monatlichen Kosten zu prüfen. Viele Anbieter bieten die Regelung, dass der Selbstbehalt pro Jahr nur einmal geleistet werden muss, auch wenn die Versicherung mehrfach in Anspruch genommen wird. Häufig arbeiten Versicherungen auch mit Partneranwälten zusammen und verzichten auf den Selbstbehalt, wenn man sich an diese wendet. Finanziell kann sich ein Selbstbehalt lohnen. Im Schnitt reduzieren 150 Euro Selbstbehalt die Jahresbeiträge um knapp 100 Euro.

Wichtig ist auch eine kostenfreie und uneingeschränkte allgemeine Erstberatung. Es sollte jederzeit gebührenfrei möglich sein, sich in Rechtsfragen beraten zu lassen. Das gilt auch für Bereiche, die vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind.
Idealerweise übernimmt eine Rechtsschutzversicherung auch die Kosten einer anwaltlichen Erstberatung bei einem frei gewählten Rechtsanwalt. Der Versicherungsnehmer kann danach besser entscheiden, ob er mit seinem Anliegen Aussicht auf Erfolg hat und ob sich das Verfahren lohnt.

Welche Deckungssumme bei meiner Rechtsschutz?

Die Deckungssumme hat großen Einfluss auf die Höhe der Beiträge und wird oftmals falsch gewählt. Rechtschutzversicherungen mit unbegrenzter Deckungssumme sind teuer und meist nicht notwendig. Experten empfehlen Deckungssummen von 300.000 bis 500.000 Euro. Das genügt in der Regel auch für Prozesse, die in Revision oder in eine zweite Instanz gehen.

Nicht vergessen sollte man die Option, den Arbeitsplatz zu verlieren. Für den Fall der Arbeitslosigkeit kann man eine Klausel zur Beitragsfreistellung vereinbaren. Wer häufiger auf Reisen ist, sollte eine Police mit Rechtsschutz im Ausland wählen. Hierbei kommt es darauf an, dass der Versicherungsschutz in möglichst vielen Ländern auch außerhalb der EU gilt. Die maximale Aufenthaltsdauer im Ausland sollte mindestens 6 Wochen betragen.