Rechtsschutz Test 2015 von DISQ: ÖRAG ist Testsieger

Das Deutsches Institut für Service-Qualität (DISQ) hat einen aktuellen Rechtsschutzversicherungen Test 2015 veröffentlicht. Getestet wurden Kombiprodukte, die Privat-, Berufs- und Verkehrsrechtsschutz abdecken. Der Fokus des DISQ Rechtsschutzversicherung Test lag auf den günstigen Einsteigertarifen. Testsieger wurde die ÖRAG.
Guter Rechtsschutz kann sehr teuer sein, muss er aber nicht. So lautet das Fazit des Rechtsschutzversicherungen Test, den das Deutsches Institut für Service-Qualität (DISQ) jüngst veröffentlicht hat. Die meisten Verbraucher möchten zumindest Privat-, Berufs– und Verkehrsrechtsschutz in Anspruch nehmen können und suchen daher entsprechenden Kombitarifen.
Das DISQ hat sich in dem aktuellen Test auf die günstigen Einsteigertarife konzentriert und festgestellt, dass es teils enorme Unterschiede bezüglich Beitragshöhe und Leistungsumfang gibt.

Nur ÖRAG und Auxilia mit guter Leistung im Einsteigerbereich

Insgesamt wurden dreizehn Tarife getestet und jeweils in den Teilkategorien Kosten und Leistungen beurteilt. In der Leistungsanalyse bewertete das DISQ nur zwei Angebote mit der Note „gut“. Mit 73,7 von 100 möglichen Punkten steht die ÖRAG mit dem Tarif „Bausteinkombination PVB“ auf dem ersten Rang, gefolgt von dem Tarif „PVB Rechtsschutz“ der Auxilia mit 71,6 Punkten.
Jeweils „befriedigend“ waren die Württembergische (63,9), Debeka (63,1) und Rechtsschutz Union (60,9). Die beiden mit „gut“ bewerteten Kombitarife überzeugten durch besondere Leistungen wie freier Anwaltswahl, Schutz bei außergerichtlichem Streit mit Behörden im Steuer- und Sozialrecht oder auch den Verzicht auf Wartezeiten im Verkehrsrechtsschutz.

Rechtsschutzversicherung: Kosten sind kein Zeichen für Qualität

Dass eine teurere Rechtsschutzversicherung besser ist als eine günstige, ist laut DISQ Test ein Irrtum. In der Teilkategorie Kostenanalyse, in der ebenfalls bis zu 100 Punkte erreicht werden konnten, waren gleich 5 Anbieter „sehr gut“: Arag (100,0), WGV (96,9), BGV (87,0) HUK-Coburg* (86,2) und Rechtsschutz Union (83,0). Die Leistungsstarke Auxilia wurde mit 58,5 Punkten als ausreichend eingestuft, der Leistungssieger ÖRAG mit 65,5 Punkten als befriedigend. Den letzten Platz belegt die D.A.S. mit 44 Punkten, die in der Leistungsanalyse mit 49,6 Punkten den drittletzten Platz innehat.
*nicht in unserem Rechner verfügbar – bitte Anbieterwebseite besuchen
Sieger in der Gesamtwertung, in die das Ergebnis der Kostenanalyse mit 40 und das der Leistungsanalyse mit 60 Prozent einflossen, ist die ÖRAG, gefolgt von der ARAG und der Auxilia. Die D.A.S. belegt nur den letzten Platz, hinter der HDI und der Roland.

Rechtsschutzversicherung: Bis zu 212 Euro Einsparpotenzial

Der Test zeigt, dass man die Qualität einer Rechtsschutzversicherung nicht unbedingt am Preis festmachen kann. Darüber hinaus haben die Tester großes Einsparpotenzial entdeckt. So beträgt die Differenz zwischen dem günstigsten und dem teuersten Kombitarif im Einsteigersegment in der Variante mit 150 Euro Selbstbehalt 158 Euro im Jahr, was umgerechnet 50 Prozent entspricht. Wer auf Selbstbehalt verzichtet kann sogar noch mehr sparen, nämlich bis zu 212 Euro, umgerechnet 56 Prozent.
Im Schnitt waren die Tarife mit Selbstbehalt um ca. 20 Prozent günstiger als dieselben Tarife mit Selbstbehalt. In allen getesteten Kombitarifen musste die Selbstbeteiligung nur gezahlt werden, wenn der Streit vor Gericht ausgetragen wird. Die Beilegung mittels Mediation war bei allen Tarifen komplett kostenfrei.
Der Test ist allerdings nicht allumfassend. Einige große Rechtsschutzversicherer erteilten dem DISQ keine Datenauskunft und konnten daher im Test nicht berücksichtigt werden, darunter beispielsweise Advocard, Allianz, DEVK und R+V.